Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Nord-

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Inhalt: Wasser ist Leben, Wirtschaft, Verkehr und Natur

WelleDie Tätigkeiten der Gewässerkunde grenzen sich von den reinen wasserbaulichen Fragestellungen, wie z. B. für die Aufgabe der Dimensionierung und Gestaltung von Bauwerken, deutlich ab. Sie sind vielfältiger und immer das System als Ganzes betrachtend. Es finden Naturbeobachtungen statt, die durch induktives Vorgehen begleitet werden. Dabei entstehen über empirische Ansätze Modelle, die die Entwicklungen im Gewässerregime beschreiben. Es bestehen an hand der unterschiedlichen Methoden drei Arten von Modellen, dem Gedankenmodell, dem hydraulischen und dem mathematisch/numerischen Modell. Die Gedankenmodelle, die auf Grund von Erfahrungen ohne Versuche entstehen, schätzen Wirkmechanismen und Dimensionierungen ab. Alle hydraulischen Modelle, die mit maßstäblich verkleinerten Modellen Parameter und ihre Auswirkungen untersuchen, besitzen gegenüber den mathematisch/numerischen Modellen starken integrativen Charakter, da hier die einzeln einwirkenden Prozesse in seiner Gesamtheit betrachtet werden. In Zukunft werden die mathematischen/numerischen Modelle, die in der Sprache der Mathematik die Systeme beschreiben, fast alle einzelnen hydrodynamischen und hydrostatischen Gesetzmäßigkeiten des fließenden und stehenden Gewässers vollständig abbilden und kommen beinahe ausschließlich zum Einsatz. Bei sehr stark strukturierten und variablen Wasserstands- und Durchfluss geschehen – z. B. unterhalb eines Wehres – werden auch zukünftig hauptsächlich physikalische Modelle nutzbar sein.

Für die Gewässerkunde der WSV werden drei grundsätzliche Bearbeitungsschwerpunkte für die Bundeswasserstraßen unterschieden,

deren Tätigkeiten wie folgt dargestellt werden:

Unterhaltung

Die Gewässerkunde liefert die Grundlagendaten für die vielfältigen Aufgaben im und am Gewässerbett. Derzeit bestehen bei vielen Fragestellungen wie z. B. der Baggerungen, zu wenig Informationen um ein ausreichendes Systemverhältnis zu erlangen. Die Kenntnisse werden nicht nur für den aktuellen Betrieb der Bundeswasserstraßen benötigt, sondern auch unter dem Aspekt der zukünftigen hydrologischen und klimatologischen Entwicklungen, damit die Schifffahrt und die Anlagen am Wasser mit Sicherheit weiterbetrieben werden können. Der Fortbetrieb von Messzeitreihen ist deshalb noch auf längere Zeitspannen zu gewährleisten.

Umweltrecht

Dem nationalen und internationalen Umweltrecht z. B. dem Naturschutzgesetz oder der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird in der Gesellschaft immer mehr Raum zugebilligt. Diese Gesetze können immer stärker einzwängende Wirkung auf die Schifffahrt und auf die Unterhaltung des Gewässerbettes erzeugen. So soll im Einklang mit dem Staatsziel des verstärkten Umweltschutzes der reibungslose Fortbetrieb der Schifffahrt und der Wasserstraßen gewährleistet werden. Seitens der Gewässerkundler werden hier gestaltende Fähigkeiten verlangt.

Neubau

Für Neubaumaßnahmen werden Auswirkungsprognosen für die unterschiedlichen Parameter der Hydrologie, Ökologie und Naturhaushalt aufgestellt. Diese müssen in der Öffentlichkeit erläutert und diskutiert werden. Die Güte der Prognosen erfordert ein sehr hohes Niveau, damit sie im Planungsprozess Bestand besitzen. Die Gewässerkunde erhält dadurch steigende Bedeutung für die Aufbereitung fachübergreifenden Wissens.